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Fuß

Die Fußform hat sich im Laufe der Evolution dem aufrechten Gang des Menschen angepasst. Zusammengesetzt aus einer feinen knöchernen Struktur wird er durch Muskeln und Bänder gehalten und gesteuert. Der Fuß ist jedoch nicht nur Teil des Bewegungs- und Halteapparates. Er liefert uns auch wichtige Informationen über die Beschaffenheit des Untergrundes und dämpft Stöße ab, zumal sich im Bereich der Zehen und der Fußsohle zahlreiche Rezeptoren für den Tastsinn befinden.

Der Fuß ist als eine doppelte Gewölbekonstruktion aufgebaut. Im Vorfuß zwischen dem 1. und 5. Strahl befindet sich das Quergewölbe, dessen Abflachung als Spreizfuß bezeichnet wird. Das Längsgewölbe ist zwischen Vorfuß und Rückfuß ausgeformt, wobei dessen Abflachung charakteristisch für den Plattfuß ist.

Hallux valgus

Der Hallux valgus beschreibt die Schiefstellung der Großzehe im Grundgelenk in Richtung des kleinen Zehs. Er entsteht meist sekundär als Folge der Absenkung des Fußquergewölbes im Sinne eines Spreizfußes mit konsekutiv verändertem Muskelzug im Bereich der Großzehe. Enges, modisches Schuhwerk mit hohen Absätzen und eng zulaufende Schuhspitzen können zu einer verstärkten Ausprägung der Fehlstellung mit zunehmender Fehlbelastung des Fußes führen. Beim seltenen kindlichen Hallux valgus besteht eine genetische Veranlagung.

Bei verbreiterten Vorfuß mit Abflachung des Fußquergewölbes kommt es zu einem Heraustreten des ersten Mittelfußköpfchens, wodurch der schmerzende Fußballen entsteht. Durch die Deformierung der Großzehe in die sog. Valgusposition entstehen weitere Schmerzen und Druckstellen am Fuß. Die Abweichung der Großzehe kann so ausgeprägt sein, dass sie unter oder über die zweite Zehe ragt. In Abhängigkeit von der sekundär bereits bestehenden schmerzhaften Gelenkabnutzung (Arthrose) des Großzehengrundgelenkes ist dort die Beweglichkeit zum Teil erheblich reduziert. Es können Gehschwierigkeiten auftreten, da ein normales Abrollen des Fußes erschwert wird.

Die konservative Behandlung besteht in der Behandlung des ursächlichen Spreizfußes, insbesondere mit Dehnung der oftmals gleichzeitig verkürzten Wadenmuskulatur. Hallux-valgus Nachtlagerungsschienen werden zur Verhinderung einer weiteren Befundverschlechterung verwendet. Die Umstellung auf flache Schuhe mit ausreichend Freiraum für die Zehen sowie die Verwendung von Einlagen können ebenfalls eine zeitweise Linderung der Beschwerden bringen, die Fehlstellung an sich kann hiermit jedoch nicht behandelt werden.

Entscheidend bei der operativen Therapie sind das Alter des Patienten sowie das Ausmaß des Deformationsgrades am Großzehengrundgelenk. Zunächst sollte versucht werden, das Gelenk zu erhalten und das natürliche Fußrelief wieder herzustellen. Gängige Operationsmethoden zur Korrektur der Achsenabweichung sind unter anderem eine Verkürzung des Zehengrundgliedes (Resektion), Knochendurchtrennungen oder das Herausnehmen bzw. Einfügen eines Knochenkeils (Umstellungsosteotomie). Des Weiteren erfolgt in der Regel eine Entfernung überschüssiger Knochenanteile (Exostosen) sowie die Weichteilbalancierung. Abhängig von dem Ausmaß der Fehlstellung kann auch manchmal eine Versteifung des Großzehengrundgelenkes erforderlich sein.
Die postoperative Nachbehandlung ist abhängig von der Art des durchgeführten Eingriffs. In der Regel ist eine ca. 6-wöchige Entlastung des Vorfußes erforderlich z.B. durch das Tragen eines Spezialschuhs. Daneben kommen krankengymnastische Übungen und Lymphdrainage zum Einsatz, die den Heilungsprozess beschleunigen können.

Hammer- und Krallenzehen

Bei der Hammerzehe besteht eine fixierte Beugung im Zehenendgelenk bei gestrecktem Grundgelenk. Bei der Krallenzehe wölbt sich das Mittelglied nach oben, wobei das Mittel- und Zehenendgelenk gebeugt ist und das Grundgelenk überstreckt wird.

Diese Zehendeformitäten werden häufig begleitend beim Hallux valgus bzw. Spreiz- und Ballenhohlfuß beobachtet. Auch treten sie unfallbedingt sowie bei neurologischen Erkrankungen wie z.B. der Zerebralparese gehäuft auf. Darüber hinaus kann enges und v.a. zu kurzes Schuhwerk diese Deformitäten mit verursachen.

Zu Beginn können die Patienten mit dieser Zehendeformität beschwerdefrei sein. Im Verlauf nimmt die Fehlstellung aber immer weiter zu, sodass es schließlich zur Entwicklung zunächst einer schmerzhaften Druckstelle (Hühnerauge = Clavus) über dem Mittel- oder Endgelenk des betroffenen Zehs kommt. Die Zehen erscheinen insgesamt verkürzt, klinisch lassen sich die Hammer- bzw. Krallenzehe nicht mehr in die Normalstellung bringen. Aufgrund sekundärer Verschleißerscheinungen kommt es zu Beschwerden im Bereich der fehlgestellten Gelenke sowie über den Druckstellen durch vermehrte Druckbelastung.

Ein wesentlicher Bestandteil der konservativen Therapie ist das Vermeiden von Druckstellen durch bequemes Schuhwerk. Im Schuh können die Clavi (Hühneraugen) durch Filzringe entlastet werden. Mit einer Schienenbehandlung können beginnende Deformitäten angegangen werden sowie einer Befundverschlechterung entgegengewirkt werden.

Die operativen Korrektur der Krallen- und Hammerzehe wir häufig in Kombination mit der Operation des Hallux valgus (s.o.) durchgeführt. Dabei wird das prominente Köpfchen des Grundgliedes entfernt sowie die durch die Beugefehlstellung verlängerte Strecksehne gerafft. Hierdurch kann die betroffene Zehe wieder in die gewünschte Position gebracht werden.

Nach der Operation wird die Zehe mit Hilfe eines Pflasterzügelverbandes in Korrekturstellung gehalten sowie ggf. für einige Zeit ein Vorfußentlastungsschuh verwendet. Im weiteren Verlauf sollte auf ein bequemes Schuhwerk mit ausreichend Freiraum für die Zehen geachtet werden.

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